
Die Akademie des Emil-Fischer-Gymnasium Euskirchen steht exemplarisch für eine Lernkultur, die weit über den regulären Unterricht hinausgeht. Sie richtet sich an besonders leistungsstarke und motivierte Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen eines Auswahlverfahrens aufgenommen werden und über mindestens ein Jahr hinweg gezielt gefördert werden. Im Zentrum steht dabei ein Mentoring-Programm, das durch engagierte Lehrkräfte begleitet wird und individuelle Entwicklungsprozesse unterstützt.
Die Akademie versteht Lernen als einen vernetzten, aktiven und forschenden Prozess. Aufbauend auf dem regulären Unterricht erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich im Sinne eines Enrichment-Ansatzes intensiv und vertiefend mit selbstgewählten Fragestellungen auseinanderzusetzen. So entstehen Lernräume, in denen individuelle Interessen, wissenschaftliches Arbeiten und kreative Zugänge miteinander verbunden werden.
Ein besonderes Merkmal der Akademie ist die Vielfalt der Projekte, die die Schülerinnen und Schüler eigenständig entwickeln. Die Themen des aktuellen Durchgangs zeigen eindrucksvoll, wie breit gefächert die Interessen sind: Von der Entwicklung eines eigenen Brettspiels über die Analyse von Naturalismus in Kunst und Literatur, Fragen zur Zukunft politischer Systeme, medizinische Innovationen wie essbare Impfstoffe bis hin zu hochaktuellen Themen wie Cyber-Security oder IT-Forensik. Auch gesellschaftliche, philosophische und kulturelle Fragestellungen – etwa zur Identitätsentwicklung oder zur Wirkung sprachlicher Manipulation – werden aufgegriffen. Ergänzt wird das Spektrum durch praxisorientierte Projekte wie eine Radtour zur Aufarbeitung der Flutereignisse vom 14. Juli 2021 oder die Produktion eines eigenen Podcasts.
Diese Projekte verdeutlichen, dass Lernen in der Akademie nicht nur Wissensaneignung bedeutet, sondern vor allem die Entwicklung zentraler Zukunftskompetenzen: selbstständiges Denken, Problemlösefähigkeit, Teamarbeit und Präsentationsstärke. Die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit externen Partnern, etwa Universitäten oder Expertinnen und Experten, erweitert zusätzlich den Horizont und fördert den Transfer von schulischem Wissen in reale Kontexte.
Einen feierlichen Höhepunkt bildete der Akademieabend am 26. Februar 2026, zu dem rund 100 Gäste eingeladen waren. In einem festlichen Rahmen wurden die Ergebnisse des Forschungsjahres präsentiert. Moderiert durch Herrn Vossel, der den Abend mit einer Rede zum Nachhaltigen Lernen im Zeichen des Konstruktivismus eröffnete und musikalisch begleitet von Herrn Baack, dessen Beiträge von Johanna von Dromitz und Jean de Clairy-Saulchoix den feierlichen Charakter unterstrichen, wurde den Teilnehmer*innen der Akademie eine Bühne geschaffen, auf der sie Ihre Forschungsergebnisse einem neugierigen Publikum vorstellen konnten. Während der Ausstellung aller Projekte, die im Rahmen eines Gallery Walks erkundet werden konnte, konnten die Gäste allen Teilnehmer*innen Fragen zu ihren Projekten stellen, die dann mit großem Ehrgeiz und wissenschftlicher Souveränität beantwortet wurden. EInige ausgewählte Schülerinnen und Schüler in boten in wissenschaftlichen Vorträgen vor allen Gästen vertiefte Einblicke in ihre Arbeit – von medizinischen Innovationen über sprachliche Analysen bis hin zu Fragen der digitalen Sicherheit und mathematischen Frühförderung.
Der Akademieabend machte deutlich, welch hohen Stellenwert vernetztes Denken für die Zukunft junger Menschen hat. Die Schülerinnen und Schüler zeigten eindrucksvoll, dass sie in der Lage sind, komplexe Zusammenhänge zu erkennen, kritisch zu reflektieren und innovative Lösungsansätze zu entwickeln. Die Akademie des Emil-Fischer-Gymnasiums leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Begabungsförderung und zeigt, wie Schule zu einem Ort werden kann, an dem individuelles Potenzial erkannt, entfaltet und nachhaltig gestärkt wird.
Der Akademie-Jahrgang 2025/2026:
- Karl Gerhards: Heldenpakt – Entwicklung eines Brettspiels (inkl. Prototyp)
- Eva Kohnen: Der Naturalismus in Kunst und Literatur
- Noah Evertz: Tischtennis Training neu gedacht
- Justus von der Dovenmühle: Griechische Mythologie in der heutigen Kultur
- Elias Braun: Führt Trump die USA in eine Diktatur?
- Johannes Dahlem: Geld – eine Droge?
- Lukas Wanasek: Auf den Spuren der Flut – eine Radtour zur Aufarbeitung der Ereignisse des 14.7.2021
- Jana Ludes: Essbare Impfstoffe
- Tessa Eihof: Die Entwicklung der Identität – Erziehung oder Vererbung?
- Ana Nicolescu, Franziska Schmitz, Charlotte Schmitz: Der Emil Podcast Folge 1: TrueCrime – Die dunkle Seite Kuchenheims
- Hannah Kess: Sprachliche Manipulation am Beispiel von Animal Farm
- Malea Krüger: Homöopathie und wissenschaftliche Belegbarkeit
- Deniz Evren: IT-Forensik
- Devid Wiebe: Cyber-Security – Exploits
- Emanuel Vogt: Frühstudium Mathematik an der Uni Bonn

Danken möchten wir an dieser Stelle dem Förderverein für das umfangreiche Buffet und die finanzielle Unterstützung einzelner Projekte, allen Unterstützer*innen aus der Schüler- und Elternschaft sowie der Schulleitung für die generelle Untertsützung des Akademiegedankens.
Tobias Vossel
